Hoskinson stellt Claude Wasserzeichen in Frage, während Anthropic globale KI Inhaltsmarkierungen einführt
Charles Hoskinson kritisierte Anthropics neues Claude System zur Inhaltskennzeichnung, nachdem er es an einem Text getestet hatte, den er ursprünglich 2016 geschrieben hatte. Anthropic sagt, dass unterstützte Claude Modelle weltweit maschinenlesbare Markierungen tragen werden und damit eine Implementierung ausweitet, die an neue Transparenzanforderungen der EU für KI geknüpft ist.
By SongMarketCap
Charles Hoskinson hat Bedenken hinsichtlich des neuen Systems zur Inhaltskennzeichnung von Claude geäußert, nachdem er gezeigt hatte, wie von Menschen verfasste Inhalte nach der Verarbeitung durch das Modell ein KI Herkunftssignal erhalten können.
In einem am 11. August veröffentlichten Video nutzte Hoskinson einen Text, den er nach eigenen Angaben 2016 für Cardano verfasst hatte, und bat Claude, dessen Darstellung zu verändern. Anschließend stellte er die Frage, wie sich dauerhafte KI Markierungen auf die künftige Interpretation von Urheberschaft und digitaler Provenienz auswirken könnten.
Anthropic weitet Claude Inhaltsmarkierungen weltweit aus
Artikel 50 des EU KI Gesetzes gilt ab dem 2. August 2026 und verpflichtet Anbieter bestimmter generativer KI Systeme, maschinenlesbare Markierungen hinzuzufügen, die die Erkennung von KI generierten oder manipulierten Inhalten ermöglichen.
Die Implementierung von Anthropic ist nicht auf Europa beschränkt. Das Unternehmen sagt, die Markierungen gelten für Ausgaben unterstützter Claude Modelle überall dort, wo Claude weltweit verfügbar ist, einschließlich Claude, Claude Platform API, Claude Code, Claude Cowork und Claude Tag.
Bei Text bettet Claude ein nicht wahrnehmbares Wasserzeichen direkt in generierte Inhalte ein. Laut Anthropic kann die Markierung mit dem Text mitwandern, wenn er in eine andere Anwendung kopiert und eingefügt wird, und sie kann manche nachfolgenden Bearbeitungen überstehen. Unterstützte Dateien können zudem signierte Provenienz Metadaten auf Basis des C2PA Standards tragen.
Anthropic erklärt außerdem, dass der Nachweis einer Claude Markierung nicht belegt, dass Claude das Material ursprünglich verfasst hat. Ein anderswo geschriebener Text, der später von Claude lektoriert, übersetzt, zusammengefasst oder anderweitig verarbeitet wurde, kann die Markierung dennoch tragen.
Hoskinson testet Claude mit seinem eigenen Cardano Text
Hoskinson veranschaulichte diesen Unterschied anhand von Material, das er nach eigener Aussage zehn Jahre zuvor selbst geschrieben hatte.
Anstatt Claude zu bitten, den zugrunde liegenden Text zu erstellen, gab er dem Modell einen vorhandenen Abschnitt und bat um Formatierungsänderungen. Ihn beunruhigte, dass Material mit klarer menschlicher Urheberschaft anschließend ein Claude Provenienzsignal tragen könnte, nur weil es durch das Modell gelaufen ist.
Hoskinson weitete das Argument dann auf geistiges Eigentum aus und deutete an, dass eine dauerhafte Provenienz Infrastruktur künftig Streitigkeiten darüber auslösen könnte, wer Inhalte geschaffen hat und wie Urheberschaft nachgewiesen wird.
Dieser Teil seines Arguments entspricht nicht der von Anthropic genannten Eigentumspolitik. Die aktuellen Verbraucherbedingungen von Anthropic besagen, dass Nutzer ihre Rechte an eingereichten Eingaben behalten und dass Anthropic den Nutzern etwaige Rechte an generierten Ausgaben abtritt.
Ein Claude Wasserzeichen verleiht Anthropic daher derzeit kein Eigentum an markiertem Material. Es weist darauf hin, dass Inhalte möglicherweise von Claude verarbeitet wurden, wobei Anthropic selbst darauf hinweist, dass ein solcher Nachweis kein abschließender Beleg für die vollständige Provenienz ist.
Hoskinson verknüpft KI Provenienz mit dezentralem Training
Hoskinson verband die Auseinandersetzung mit einem weiter gefassten Plädoyer für Open Source und dezentrale künstliche Intelligenz.
Im Verlauf des Videos stellte er geschlossene KI Plattformen offenen Modellen gegenüber, deren zugrunde liegende Software geprüft und verändert werden kann. Immer wieder rückte er die Frage in den Mittelpunkt, wer die Infrastruktur kontrolliert, die zur Erstellung und Verifizierung digitaler Inhalte genutzt wird.
Gegen Ende der Sendung sagte Hoskinson, dass er nach seiner Arbeit an Midnight City beabsichtige, dezentrales Training von Open Source KI Modellen zu erforschen. Er verwies auf einen Ansatz ähnlich wie bei Folding@home, bei dem Rechenressourcen verteilter Teilnehmer zum Vortraining von Modellen beitragen könnten.
Ein Cardano KI Produkt, eine finanzierte Initiative oder eine technische Roadmap wurden in dem Video nicht angekündigt. Hoskinson beschrieb dezentrales KI Training als eine Richtung, die er untersuchen möchte, nicht als ein abgeschlossenes Projekt.
Der Rollout von Anthropic hat bereits einen praktischen Aspekt der KI gestützten Veröffentlichung verändert: Von unterstützten Claude Modellen verarbeitete Texte können nun einen maschinenlesbaren Nachweis dieser Interaktion behalten, selbst nachdem sie in eine andere Anwendung übertragen wurden. Hoskinsons Reaktion fügt der Debatte einen separaten Entwicklungspfad hinzu, da dezentrales Modelltraining nun als ein Bereich benannt ist, den er nach Midnight City verfolgen möchte.